ZFHE Call | Themenheft: Über die Möglichkeiten und Grenzen von Aufnahmeverfahren im Hochschulbereich

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Über die Möglichkeiten und Grenzen von Aufnahmeverfahren im Hochschulbereich

Je nach Gesetzeslage führen viele Hochschulen Aufnahme-, Auswahl- oder Eignungsverfahren durch, die mit unterschiedlichen Ansätzen den Zugang von Studienbewerberinnen und -bewerbern regeln sollen. Die Verfahren müssen eine Feststellung der Studierfähigkeit erlauben, also jene primär leistungsbezogenen Kriterien überprüfen, die für das jeweilige Studium maßgeblich sind. Zuweilen soll auch die weit in der Zukunft liegende Eignung für berufliche Tätigkeiten im Zusammenhang mit einem Studium prognostiziert werden. Zudem müssen die Verfahren sicherstellen, dass die Zulassung auf fairer, reliabler, valider und rechtssicherer1 Grundlage basiert und dabei in ihrer Durchführung ökonomisch zu rechtfertigen sind.
Wie kann es gelingen, diese bisweilen konkurrierenden Anforderungen unter einen Hut zu bringen?  
In der Entwicklung von Auswahlverfahren beim Hochschulzugang sind Hochschulen in der Vergangenheit unterschiedliche Wege gegangen. Entsprechend unübersichtlich ist die Lage für Studieninteressierte bei Studienwahl und Bewerbung, und entsprechend aufwändig und kostspielig sind solche Verfahren mitunter in der Durchführung für die Hochschulen selbst.

Je nach Ausgangssituation einer Hochschule oder eines Studienfachs werden Auswahlinstrumente auf unterschiedliche Schwerpunkte fokussiert. Beispielsweise wird durch den Einsatz von (fachspezifischen) Wissensfragen, die sich auf einen vorab bekannten Lernstoff beziehen, nicht nur der Wissensstand gemessen, sondern sollen indirekt auch die Interessen und die Motiviertheit der Studieninteressierten erfasst werden. Oder es wird die facheinschlägige, kognitive Leistungsfähigkeit zu messen versucht. Oft werden auch mehrere Auswahlkriterien miteinander verbunden. Allerdings kann nicht alles, was relevant ist, objektiv gemessen werden. Ein möglicher Ansatz, diese Herausforderung zu meistern, sind Verfahren, die mehrere Stufen beinhalten (multimodale Aufnahmeverfahren) und somit die Auswahl zu einem Prozess machen. Den Testbatterien vor- oder nachgelagerte Verfahrensbestandteile wie Online-Self-Assessments, Motivationsschreiben oder Interviews können stärker auf motivationale Ausprägungen und persönliche Kompetenzen fokussieren und dabei z. B. auch einen realistischen Einblick ins Studium ermöglichen. Somit sollten solche Instrumente bei entsprechender Selbstreflexionsfähigkeit der Bewerber/innen zu einer Selbstselektion beitragen. Zugleich weisen solche Zugänge den Nachteil ihrer Verfälschbarkeit und eine Einschränkung ihrer Objektivität und Fairness (als Grundlagen jedes Aufnahmeverfahrens) auf.

Die kompletten Ausschreibungsunterlagen sind hier als pdf.

Erscheinungstermin: Dezember 2018

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Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte an eine/n der Herausgeber/innen
(martin.arendasy@uni-graz.at, gisela.kriegler@univie.ac.at, dennis.mocigemba@verwaltung.uni-marburg.de).
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Martin Arendasy (Universität Graz)
Gisela Kriegler-Kastelic (Universität Wien)
Dennis Mocigemba (Universität Marburg)