Call for paper ZFHE | Sonderheft Flexibles Lernen an Hochschulen gestalten

Das Sonderheft steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Higher and Professional Education Forum 2019 „Flexibles Lernen an Hochschulen gestalten“ am 15. November 2019 in Winterthur/Zürich. Die Autorinnen und Autoren der akzeptierten Einreichungen bekommen dort die Möglichkeit, ihre Arbeiten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu präsentieren. Die Publikation im Sonderheft ist an folgende Voraussetzungen geknüpft: Die Autorinnen und Autoren reichen einen Abstract zum Forum ein und nehmen zwingend an diesem teil. Es ist auch möglich, ohne Publikation in der ZFHE mit einem Abstract und Beitrag am Forum teilzunehmen. Entnehmen Sie alle Details zum Forum der Tagungshomepage
hpe-forum.sml.zhaw.ch.

Zum Themenschwerpunkt
Die zunehmenden Herausforderungen an Hochschulen, sei es der digitale Wandel oder das zunehmend kompetitive Umfeld mit anspruchsvollen, hochgradig mobilen und globalisierten Studierenden, führen dazu, dass von Hochschulen mehr Flexibilität und Individualisierung in ihren Bildungsangeboten erwartet wird. Flexibles Lernen oder Flexible Learning ist ein breiter Begriff mit unterschiedlichen Interpretationen (DE BOER & COLLIS, 2005; LI & WONG, 2018). Ganz allgemein formuliert, sollen flexible Lernangebote durch verschiedene Optionen beim Lernangebot den Studierenden ermöglichen, ihre Aus- und Weiterbildung bestmöglich an ihren individuellen Lebenskontext anzupassen. Im Zentrum von flexiblem Lernen stehen damit die Lernenden mit ihren Bedürfnissen und die Bildungsangebote sollen ihnen die Möglichkeit geben, selber zu entscheiden, was, wann, wie und wo gelernt wird (HEA, 2015). Flexibilität kann sich auf unterschiedliche Aspekte im Lehr-/Lernprozess beziehen, gemäß Li und Wong (2018) sind dies: Zeit (time), Inhalt (content), Zugangsvoraussetzungen (entry requirement), Bereitstellung
(delivery), didaktische Gestaltung (instructional approach), Beurteilung und Bewertung
(assessment), Lernressourcen und Support (resource and support) sowie Orientierung und Ziele (orientation and goal). Heutzutage wird flexibles Lernen vor allem durch den Einsatz neuer Technologien realisiert (TUCKER & MORRIS, 2012). Flexibles Lernen, digitales Lernen, Blended oder Distance Learning werden denn auch häufig sinngleich verwendet. Die obengenannten Dimensionen zeigen jedoch, dass flexibles Lernen weit mehr ist als nur der Einsatz von neuen Technologien. Diese dienen aber als wichtige Enabler, mit denen flexible Lernumgebungen gestaltet werden können.

Flexibles Lernen umfasst in seiner Breite verschiedenste Lernformen und kann, wenn vor allem die Dimensionen Ort und Zeit betont werden, eher in die Richtung des klassischen E-Learning verstanden werden, oder aber wenn es z. B. auf die Dimensionen Lernpfad und Inhalt ausgedehnt wird, auch als Seamless Learning interpretiert werden. Es schließt dann das Lernen in formellen / informellen Kontexten innerhalb und außerhalb des Unterrichts (WONG & LOOI, 2011) mit ein. Eine wichtige Frage ist dabei, wie non-formal (z. B. in betriebsinternen Kursen) und informell (z. B. durch berufliche, private Aktivitäten) erworbene Kompetenzen anerkannt werden können (CEDEFOP, 2015).  
Bei der Implementation von flexiblem Lernen müssen zwei Perspektiven adressiert werden. Die institutionelle Perspektive stellt Fragen, wie die Lernorganisation und die didaktische Ausgestaltung aussehen müssen, um beispielsweise den zeitlich und räumlich unabhängigen Zugriff auf Lernressourcen zu gewährleisten, oder wie Schnittstellen zwischen der akademischen Ausbildung und deren Umsetzung in die Praxis gestaltet werden können. Aus Sicht der Lernenden muss beachtet werden, dass flexibles Lernen Studierende in die Lage versetzt, einen selbstbestimmten Lernweg zu wählen und das Lernen entsprechend selbst zu regulieren; sie sind stärker als zuvor für den eigenen Lernprozess verantwortlich. Dies stellt auch höhere Anforderungen an das persönliche Zeitmanagement und die Selbstregulation.  
Die Beiträge dieses Sonderheftes sollen einen Überblick über den Forschungsstand zu flexiblem Lernen geben und insbesondere die Möglichkeit bieten, innovative Praxisprojekte
und -erfahrungen in der akademischen Grund- und Weiterbildung vorzustellen und zu diskutieren. Dabei können folgende Fragen leitend sein: 

  •    Welches sind lerneffektive didaktische Designs von flexiblen Studiengängen, Modulen und Kursen?
  •    Welche Chancen und Risiken birgt das flexible Studium, z. B. bei der Verzahnung von Theorie und Praxis?
  •    Welche Rolle kommt der Studienstruktur und -organisation bei der Flexibilisierung des Studiums zu?
  •    Welche Merkmale und Bedürfnisse haben Lernende beim flexiblen Studium?
  •    Inwieweit verändern sich die Aufgaben und Rollen der Dozierenden durch die Flexibilisierung des Studiums?
  •    Welche Rolle kommt dem Einsatz von digitalen Technologien beim flexiblen Lernen zu?
  •    Wie nutzen Studierende die (digitalen) Lernressourcen (z. B. Lernvideos)?
  •    Wie können non-formal und informell erworbene Kompetenzen (Recognition of Learning) anerkannt werden?
  •    Wie wird das flexible Studium strategisch geplant und implementiert?
  •    Inwieweit führt die Flexibilisierung zur einer Deinstitutionalisierung des Studiums?
  •    Welches ist die Akzeptanz und Wirksamkeit von flexiblem Lernen in unterschiedlichen Lehr- und Lernkontexten?
  •    …

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